Mama?

Darf ich dich etwas fragen?

Wie kannst du es eigentlich ertragen?

Dein Fleisch und Blut nie wieder zu sehen, es lassen bis an seine Grenzen gehen.

Wie kannst du es eigentlich ertragen?

Dein Kind zurückzulassen ohne zu fragen, wie es ihm geht, ob es noch lebt, wo es das Schicksal nun hin verweht?

Wohlig warm ist es in deinem Bauch, ich spüre diesen sanften Hauch. Von Liebe und Geborgenheit, bei dir vergess‘ ich Raum und Zeit. Wie liebevoll du für mich sorgst, zu jeder Zeit an jedem Ort. Bei dir fühl ich mich wohl, lausche jedem Klang und jedem Ton. Wenn du singst, tanzt mein Herz. Wenn du weinst, spüre ich den Schmerz. Für bestimmte Zeit sind wir Eins. Ich lebe dein Leben und du lebst meins.

Sanft streichst du über deinen Bauch, über meinen streichst du auch. Jeden deiner Schritte verfolge ich, Tag für Tag beobachte ich dich. Unsere Herzen schlagen im gleichen Takt, Tempo um Tempo, genau, exakt. Du singst für mich dein Lieblingslied, du hauchst mir zu „Schön, dass es dich gibt“. Ich folge jedem deiner Worte, begleite dich an all deine Orte. Stets bin ich auf deiner Spur. Solange uns bindet die Nabelschnur.

Entspannt ruhe ich unter deinem Herzen, plötzlich spüre ich grausame Schmerzen. Ich hör‘ dich schreien, ich hör dich flehen, bittest, die Stimmen wegzugehen. Dein Herz fängt an zu rasen, es bleibt keine Zeit mehr zu fragen. Mein kleines Herz bebt mit deinem gleich, du schreist auf laut, ich bleib leis‘. Ich kann nicht weg ich bin gefangen. In deinem Leid, in deinem Bangen. Ich rieche Gift, ich rieche Tod. Was passiert mit mir, womit hast du mir gedroht? Ich habe Angst, ich will hier raus. Hier bade ich in elendigem Graus‘. Du tobst, du bebst, du schreist mich an, beschuldigst mich wieso ich dir nicht helfen kann. Meine Augen möchten weinen, mein Atem hält, aber ich bin doch noch gar nicht auf der Welt!

Ich höre einen lauten Knall und spüre uns’ren Fall. Du liegst am Boden und rührst dich nicht, und ich, ich lasse dich im Stich…? Meine Augen möchten weinen, können aber nicht. Sie erblicken doch noch gar nicht das Licht. Von der Welt. Von dem Leben, von dem Schönen, von der Natur mit seinen Tönen.

Nun kehrt kalte Stille ein. Bist du noch da? Bin ich noch Dein‘?

Die hässlichen Bilder machen mir Angst. Wieso zeigst du mir Grimassen im Hass?
Wieso lässt du sie wüten und schreien, wieso lässt du deine Furcht gedeihen?
Bitte beschütz‘ mich, ich nie von deiner Seite wich. Panisch klammere ich mich an deinem Bauch fest und hoffe, dass du die Fratzen gehen lässt.

Was war das? Was ist passiert? Ich dachte, dass nur dich und mich es gibt.
Mein kleiner Magen tut ganz schön weh, ich muss hier ausharren, in deinem See. Voller Angst und voller Schreck, ich fühle mich ertränkt in deinem Dreck.

Kaum beruhigt, stehst du nun auf und schleppst dich die hohen Stufen rauf. Angekommen voller Qual, stehst du nun vorm beinah leeren Holzregal. Schiebst beiseite den Stangenkohl und greifst zur vollen Flasche Ethanol. Du winselst mich an, du zitterst, ich kann nicht weg, ich bin hinter Gittern! Ich möchte schrein „Unser Leben darf nicht beendet sein!“. Doch kann ich keinen Laut von mir geben, muss mich der Situation voll und Ganz ergeben.

Hilflos und entkräftet liege ich da, was tust du uns an, Mama?

To be continued …

Die lügende Liebe liebt die Lüge

Wieso muss ich jetzt hier sitzen, dich vermissen und den Schmerz bitten…endlich weg zu gehen, aufhören zu flehen, ihn bitten sich ins Reich des Unendlichen zu begeben?

Ich habe dir vertraut, habe dir geglaubt und nun ist es Aus weil du dir deine Zukunft hast verbaut?

Ich reichte dir meine Hand, wollte mit dir in das schöne Träumeland, welches bis gestern auf uns wartete und du seinen Leichnahm im Garten verscharrtest.

Du verhieltst dich nie normal, doch mir war das sowas von egal.
Deine Seele, dein Sein, das alles liebte ich ungemein. Ich liebte DICH, vergaß dabei auf mich.
Wo war ich geblieben? Wieso bist du auf mich drauf gestiegen?
Wieso hast du mein Vertrauen missbraucht und ich dir jede Lüge geglaubt?

Stets warst du auf der Flucht doch ich hab bei dir das Gute gesucht.
Das andere nicht gesehen, ich genoss die Zeit in deinen Armen zu liegen.
Zu streicheln dein Gesicht, dich wissen zu lassen: ich liebe dich.

Du fingst mich auf in einer schweren Zeit, seither wollte ich nur mehr sein zu zweit.
Mit dir und deines Selbst, ich wusste, dass du dich nicht verstellst.

In Gedanken, berühre ich dich sanft und schwebe auf einer Wolke voller Kraft.
Kraft und Geborgenheit, Baby, du hast mich regelrecht befreit!
Von altem Schmerz und schwerem Leid, ich danke dir für die wunderschöne Zeit.

Zärtlich küsse ich deine Stirn, und denke nicht daran, dass ich könnte dich verlieren.
Dich als Mensch, als Teil meines Lebens, verlieren an das Geheimnis welches du sorgfältig musstest pflegen.

Als du sagtest du liebst nur mich, gab es mir in mein Herz einen Stich.
Ein dunkler Geier, geflogen aus deiner Brust, krallte sich fest an meinen Herzens Rippen
und ich spürte eine Lüge überkommen deine Lippen.
Du siehst mir tief in meine Augen, der Geier schreit: Du musst ihm glauben!
Der dunkle Geier nun schweigt still, was er mir hier nur sagen will?

Selbstsicher und unerkannt nimmst du mich liebevoll bei der Hand.
Du erzählst mir das schönste Liebesgedicht, der Geier brüllt: Glaub ihm nicht!
Erschrocken blicke ich dich an, so ganz ich das nicht glauben kann.
Doch bevor ich Verdacht kann schöpfen, willst du dir meine Liebe vorknöpfen.
Du siehst mir verliebt in meine Augen, wieso darf ich dir das nicht glauben?

Ich liebe es wie du mich berührst, ich liebe es, wenn ich dich spür‘.
Jeden Moment will ich mit dir sein, dich lieben und mit dir sein zu zweit.

Plötzlich bricht der Geier durch meine Rippen und ich spüre wieder die Lüge überkommen deine Lippen: Glaube ihm nicht, schreit der Geier, das ist nichts als gefühllose Leier!

Dunkelheit bricht über mich herein, kannst du etwa nicht mit mir zu zweit sein?
Wer ist da noch? Sag es mir, ich spüre wie tobt das Tier.
Wo ist die Wahrheit? Was hast du zu verbergen? Komm sag es mir und lass den Vogel sterben!

Stets spürte ich das Dunkle in dir, doch was ist es? Was macht es mit mir?

Der Geier krallt sich in mein Herz, ich spüre unerträglichen Schmerz.
Er reißt mir ein Stück heraus und wimmert fürchterlich vor Graus.
Du siehst mir zu wie ich auf den Boden falle, und siehst herabstürzen des Geier’s Kralle.
Kraftlos versuche ich zu flehen, doch du musst jetzt zu deinem Geheimnis gehen.
Du packst mein Herz, reißt es raus, nimmst den Geier und gehst nach Haus‘.

Lässt mich schweigend in deinem Leben zurück und widmest dich deinem wahren Glück. Denn ich war nicht die einz’ge Liebe, denkst du wirklich, dass ich dein Geheimnis nicht rieche?

Verließt bei jedem Telefonat den Raum, dachtest ich merke es kaum. Ließt mich nie zu dir herein, da muss doch etwas Anderes sein. Still und stumm, komme ich drauf warum.
Warum du mir sagtest Nein, du kannst nicht mit mir zusammen sein. Weshalb du meine Hand nicht nahmst und auf mein Weihnachtsgeschenk vergaßt.

Du blickst in eine andere Richtung und gehst weiter zu deiner Verpflichtung: Bist an eine Frau gebunden und hinterlässt mir tiefe Wunden.

Doch ich, ich stehe auf und gehe weiter den Weg hinauf.
Hinauf in mein schönes Träumeland, welches am Schönsten ist, wenn man Lieben kann.

Ich bedanke mich für deine Lehre. Ich nun für immer umkehre.

Ich liebte dich und dein Wesen, doch täuschte mich und kann jetzt lesen.
Aus deinen Augen, aus deinem Gesicht, der Geier zu mir die Wahrheit spricht.

Mit tiefer Wunde ziehe ich mich zurück und wünsche dir und deinem Geheimnis einfach nur Glück…

Sprichst du auch zur Liebe?

Es ist Liebe die zu mir spricht.
Ich dachte, es gibt sie nicht.
Tausende Male suchte ich nach ihr.
Doch sie war nicht da, 20 Jahr‘.
Stets malte ich mir aus, wie sie wohl aussehen würde, wie sie sich wohl angefühlt hätte.
Hell waren ihre Farben, sie wollte mich durch mein Leben tragen.

Ihre Sprache war so sanft, ihre Stimme so ruhig.
Sie war unzerstörbar, sie hatte Mut!
Sie erzählte mir, wie schön sie sei, dass sie stärker sei als jedes Leid.
Immer wenn wir uns unterhielten sagte sie mir, wie sehr sie mich liebte.

Sie nahm mich bei der Hand und führte mich in einen nahegelegenen Wald.
Die Luft war so klar, der Himmel so blau, ich liebte die Liebe und sie mich auch.

Sehnsüchtig griff ich nach einem Baum, der aussah wie der in meinem schönsten Traum.
Plötzlich ertönt ein leises Grummeln, was sich anhörte wie eine Scharr von Hummeln.
Doch als ich ängstlich zurückschreckte, legte die Liebe meine Hand zurück und lächelte: „Das ist Sicherheit. Er hat immer von dir geträumt. Er möchte sein dein treuester Freund. Nun lächelt er weil er dich sieht, er freut sich, dass es dich gibt!“

Ich traute meinen Augen kaum. Es war tatsächlich der wunderschöne Baum der stets lebte in meinem schönsten Traum.
Vorsichtig lege ich meine rechte Hand auf seinen Stamm und warte bis ich ihn spüren kann.
Plötzlich spürte ich Wärme durch mich fließen, es ist zu schön, doch ich wage es zu genießen.

Die bunten Vögel singen mir mein Lieblingslied, sie freuen sich, dass es mich gibt.

Einer setzt sich auf meine Schulter und wischt mir alte Tränen hinunter.

Regen aus Licht

… dann wartest du

Weinst du mal wieder, wenn alles zu viel wird und wartest bis jemand kommt und dir sagt „Alles wird gut“, dann weinst du wieder weil du weißt, es wird niemand zu dir gehen. Ist dein Kopf wieder vorm Explodieren und du willst es einfach nicht kapieren, dann wartest du, dann wartest du.

Wenn der Vogel singt, damit mal lacht sein Kind, dann hör ich zu. Wenn die Sonne scheint, damit es nicht mehr weint, dann seh‘ ich zu.

Bist du mal wieder einsam hier, weicht das Glück wieder ab von dir, dann, wartest du. Bekommst du wieder keine Luft, du weißt es bringt nichts aber musst, wartest du, wartest du.

Wenn der Regen fällt und versperrt die Sicht, dann ist es dein Regen aus Licht. Wenn der Wind stark weht und du kannst es nicht spürn‘, dann ist es Wind aus Licht.

Bist du mal wieder allein und willst nicht mehr Sein, dann wartest du. Wartest auf den Sinn des Lebens, wartest auf das Wesen, das dir sagt „Schön dass‘ dich gibt“.

Schön dass du bist, schön dass du bleibst, schön dass du hier sein kannst, ich bin für dich da.

Der Vogel singt, „ich liebe dich“, die Sonne scheint nur für mich, ich sehe zu, ich höre zu.

Bin ich mal wieder traurig, weil ich nicht mehr Sein kann, verzeih, ich wart nicht mehr, ich wart nicht mehr. Siehst du mir mal wieder zu, wie ich mir weh tu, sieh nur zu, sieh nur zu, sieh nur zu.

Was der Vogel singt, kam dir nie in den Sinn, und die Sonne ist dir egal.

Bin ich mal wieder allein und warte damit einen Sinn hat mein Sein, gehst du vorbei. Keine Liebe geschenkt, jedes Dasein verpennt, ganze Zeit nur verklemmt. Meine Hand voller Blut, stehst du da im Nu, schreist mich an und rufst das jetzt alles ist voll Blut. Packst mich am Arm, zerrst mich hoch, ich lebe noch, ich lebe noch. Reißt mir das Herz aus der Brust, weißt es bringt nichts aber musst, da wartest du.

Während der Vogel singt, und sehr liebt sein Kind, spür ich den Regen aus Licht. Während du zusahst wie ich litt und du nahmst mir meine Sicht, wartetest du. Bis er trifft auf mich, bis er mich erstickt, da ist er der Regen aus Licht. Die Messer siehst du nicht mehr, sie sind vergraben unter mir, ich hab gewartet, ich hab gewartet.

Irgendwann ist’s zu spät irgendwann ist’s zu viel, doch für mich, ich weiß nicht ich hab’s nie erlebt.